Ich bin traurig. Naja, nicht nur ich ... das ganze Mensch-Tier-Rudel. Denn wir haben ein Rudelmitglied verloren.
Meine samtpfötige Freundin Ally, die schon vor mir in meiner Familie lebte, ist heute Nachmittag zum Sternenclan gezogen, wo sie jetzt von oben auf uns herab schaut.
Sie hatte Blasenkrebs und es ging ihr zunehmend schlechter. Sie ist beim Tierarzt auf Frauchens Schoß eingeschlafen und ich war bei meinen Menschen, als Ally in ihrem geliebten Garten die letzte Ruhestätte gefunden hat.
Ally durfte meine Menschen 10 Jahre lang begleiten und ich hoffe, dass es ihr richtig gut geht, wo sie jetzt ist.
Ich werde dich für immer in meinem Mopsherzen behalten! Dein Amor
Es geht langsam auf den Winter zu, auch wenn man das bei diesem wunderschönen Sonnen-Tag nicht vermuten würde.
Kennt ihr den Spruch: "Fremde Länder - fremde Sitten"? Bei uns heißt es eher "Andere Tiere - andere Sitten".
Jedes Mal im Herbst muss ich mich von einem Teil unseres großen gemischten Rudels für längere Zeit verabschieden. Vor einigen Tagen haben sich die Reptilien in ihre alljährliche Kältestarre verabschiedet.
Die Bartis TRISTAN und ISOLDE sind einfach eingeschlummert und schlafen abgedeckt in ihrem Terrarium.
Die Schildis JUBI, OUZO, GAIA, ARTEMIS und KASSANDRA ziehen dann immer aus dem Garten in ihr Bett im Keller.
Dann gibt es bei uns ja auch die Schnecks vom kleinsten Frauchen. Die schlafen meist den halben Tag. Die kann man nicht gescheit beschnuppern und spielen kann man mit ihnen auch nicht. Voll langweilig für mich!
Seit ein paar Tagen machen meine Zweibeiner wieder Feuer im Kamin an. Vielleicht, weil sie nicht auch in Kältestarre fallen wollen, wie die Barties und Schildis? Aber auch meine Katzenbande und ich genießen den Platz vor dem Ofen.
Heute war es allerdings tagsüber auch so warm genug. Lotte und ich genießen die warmen Sonnenstrahlen, die von draußen hereinkommen.
Wie ihr seht, ich bin nicht wie ein Rollmops von der Couch gefallen. Aber der Fischgeruch scheint doch an mir zu haften. Zumindest hab ich plötzlich Besuch bekommen!
"Beleidigte Leberwurst!" So nannte mein Frauchen mich heute. Gemein! In die Kamera sollte ich auch noch schauen. Frechheit! Dabei bin ich richtig stinkig!!! Und das steht mir schließlich zu. JAWOHL!!!
Bei uns wurde der Küchenabfluss sauber gemacht. Der war nämlich verstopft. Das Rohr wurde draußen im Efeu entleert. Mhm ... was ein verlockender Duft! *träum* Aber die Menschen verstehen davon ja mal gar nichts. Die haben mir nämlich ständig verboten, etwas davon zu fressen. Dabei wäre es doch ganz praktisch gewesen. So hätten sie es nicht mal mehr entsorgen müssen. ABER ... meine angebotene Hilfe wurde natürlich sofort abgelehnt.
Habe alles ganz genau beobachtet. Tief im Efeu haben sie vergessen, einige Brocken wegzuräumen. Also habe ich einen unbeobachteten Moment genutzt, bin heimlich ums ganze Haus herumgeschlichen und habe versucht, an diese Köstlichkeiten zu gelangen. Ich habe mich auch darin gewälzt, weil ich den Duft etwas bewahren wollte. Leider war ich durch den Fress-Wälz-Rausch sehr unaufmerksam und wurde dabei erwischt. Logo, Frauchen kam schimpfend aus dem Haus *seufz*
Dass ich stinke, haben sie behauptet. Stimmte ja gar nicht. Ich selbst würde es als markanten Herren-Duft bezeichnen. Und dann ... wurde ich auch noch gebadet. Meine ganze Mühe war also umsonst. Jetzt rieche ich nach diesem blöden Hundeshampoo ... grrr ... und soll mich von der Sonne trocknen lassen.
Menschen haben überhaupt keine Ahnung von köstlichen Gerüchen. Und jetzt soll ich noch gute Miene machen.
Wenigstens Ally hat mich etwas getröstet. Die hatte nämlich Mitleid mit mir, weil so übel mit mir geschimpft worden war.
Ich habe eine ganz komische Beobachtung gemacht. Aber, ich glaube, ich muss etwas weiter ausholen.
In unserem Garten wohnen Steine. Naja, jetzt sagt ihr bestimmt, dass die bei euch im Garten auch wohnen. Aber diese Steine sind seltsam, denn sie sind lebendig.
Wie viele Steine, die Kati mir manchmal in den Bach, Fluss oder See schmeißt, dass ich hinterherschwimme - was ich natürlich meist nicht mache - sind diese in unserem Garten rund, relativ flach und hart. Ich kenne sie schon, seit ich in diese Familie gekommen bin. Sie müssen also uralt sein. Schließlich bin ich ja schon sechs Jahre. Das Seltsame ist aber, dass sie Beine haben, einen Kopf und manchmal ist auch eine Schwanzspitze erkennbar. Manchmal liegen sie vereinzelt rum. Manchmal bilden sie auch einen komischen Haufen.
Einmal habe ich auch schon an einem geschnuppert, weil eich dachte, dass dieses Ding vielleicht fressbar wäre. Habe es aber als nicht genießbar abgetan. In jedem Fall war es keine Leckerei!
Mein Menschenrudel ist ganz begeistert von diesen Steinen. Sie haben sogar eine Mauer im Garten gebaut, um zu verhindern, dass jemand diese Steine entdeckt. Und sie behüten sie wie Edelsteine, schauen ständig nach denen. Und immer, wenn ich in die Stein-Wohnung will, werde ich zurückgerufen. Das finde ich ein wenig gemein. Schließlich bin ich doch der Herr im Haus.
Ally, die Katzenchefin hält sich nicht an solche Regeln. Letztens hat sie sich unter das Steinvolk gemischt. Ich kann nicht sagen, was da geschehen ist, aber sie durfte bei ihnen einziehen. Oder wurde sie nur zum Essen eingeladen?
Ich war ja schon ein wenig neidisch auf sie. Eigentlich hätte mir diese Ehre gebührt. Und natürlich auch, weil Essen ja meine Leidenschaft ist. Aber als ich dann sah, was gegessen wurde, war ich doch froh, dass nicht ich gefragt worden war.
Es wäre ja schließlich ganz schön unhöflich gewesen, das Essen nicht wenigstens zu brobieren. Aber sorry, so Gras und Grünzeug esse ich eigentlich nur, wenn mir elend ist.
Ally war bewundernswert mutig. Hat mit den Steinen sogar den Napf geteilt. RESPEKT! Naja, vielleicht lade ich diese Dinger ja auch mal zum Essen ein, wenn bei mir mal was übrig bleit - z.B. auf gute Nachbarschaft!
Schnee ... Schnee ... und noch mehr Schnee! Unser Garten versinkt im kalten Weiß. Kann es kaum erwarten, wenn wieder die ersten Grashalme zu sehn sein werden.
Im Garten hatte ich eine seltsame Begegnung. Ein Mann ist zu Besuch gekommen und stand plötzlich auf unserer Terrasse. Gerührt hat er sich allerdings nicht. Ob er bei der Kälte erfroren ist?
Während ich versuchte, den Mann näher zu untersuchen, bemerkte ich hinter mir eine Bewegung. Ich traute fast meinen Augen nicht. Luna, unsere alte Katzendame, kämpfte sich durch den Schnee.
Sie hat ja hinten weiße Pfoten, als hätte sie Kniestrümpfe an, aber die versanken nun vollkommen im Schnee. Zwischendurch hielt sie inne und schaute sich um. Ob sie erstaunt war, was mit unserem Garten passiert war? Oder ob sie denn Mann neben mir auch etwas unheimlich fand?
Schließlich schaffte Luna es aber doch, die einzige schneefreie Stelle in unserem Garten zu finden.
Nur noch ihre Schwanzspitze schaute unter dem dichten Busch hervor. Aber sie muss es doch noch mal gewagt haben, diesen Platz zu verlassen, denn als ich wieder ins Haus kam, saß sie schon vor dem warmen Ofen und wärmte sich.
Das hab ich mir nicht lange angeschaut, sondern mich zu ihr gesellt! Was ein Genuss!!!
Gestern war die Aufregung in meinem Mopsforum, in dem ich mich auch noch im Internet tummel, groß. Ein Mops war entlaufen. Ausgerechnet im großen Berlin. Das arme Möppelchen. Hab so richtig mitgebangt, bis die Meldung kam, dass es wieder bei seiner Familie ist.Aber ... wieso "entlaufen"??? Soll ja jetzt nicht heißen, ein Mops könnte nicht laufen, denn das können wir sehr wohl! So richtig schnell im Ferkel-Galopp, wie Kati immer zu sagen pflegt.
Aber "entlaufen" ... das klingt doch so, als sei das Möpschen einfach fortgelaufen. Nene, das kann nicht sein. Würde ich ja nie machen und da ich gerne von mir auf andere schließe, kann ich mir das auch bei keinem Mops vorstellen. Aber wir können "abhanden kommen". Ich finde, dieser Ausdruck trifft es besser. Das muss man jetzt mal so feststellen. "Entlaufen" und "abhanden kommen" heißt im Endeffekt beides, der "Mops ist futsch", und doch muss ich sagen, da ist auch ein riesiger Unterschied, ... finde ich. Mir ist das ja auch mal fast passiert.Kati sagt immer, dass ich als Hund aufpassen soll, wo meine Hundeführer (in dem Fall Kati und Bille) hinlaufen. Aber erstens, ich bin doch König Mops und kein gewöhnlicher Hund und zweitens ... wie bitte soll denn das gehen? Ich finde, das ist nun absolut zuviel verlangt! Wir sind also spazieren gegangen. Kati und Bille haben sich unterhalten und ich hab hochkonzentriert meine Zeitung gelesen. War ja niemand da, mit dem ich mich hätte unterhalten können. Also hab ich mich in die Zeitung vertieft. Die neusten News, wer da gewesen ist und wie lange das schon her ist. War ja auch alles hochinteressant! Da kann man nicht immer auf die zwei Damen aufpassen, wenn die Nase noch an den wichtigen Gerüchen hängt.
Naja, wie auch immer ... ich hab also meine Zeitung gelesen, schaue hoch und auf einmal stelle ich fest, dass Kati und Bille nicht auf mich geachtet haben und ich "futsch" war. Oder vielmehr, sie waren "futsch". Mein Rudel war mir einfach "entlaufen". Seht ihr ... da haben wir den Unterschied! Ich war ja gar nicht entlaufen, sondern die! Den Schock musste ich erst einmal verdauen. Das könnt ihr mir glauben. Was tun? Suchmeldung aufgeben? Fundbüro (bei so einem Büro hat Kati mal meine verlustige Leine wiedergefunden)? Gleich das Tierheim (bringt man da auch entlaufene Hundeführer hin?) oder die Polizei? Kati hätte sich damit jetzt sicher ausgekannt. Die hat ja schließlich auch die "ausgesetzte" Lotte mit in unsere Familie "gefunden". Die hab ich mir damals gleich ganz genau angeschaut und mir gedacht, wie denn jemand so einen Winzling aussetzen kann.
Aber das ist eine andere Geschichte. Also, mein Rudel war mir entlaufen und ich war allein auf mich gestellt. Ich hab also gedacht: "Weit können die bei dem Gequatsche nicht gekommen sein." Und da fiel es mir plötzlich ein (da soll mal einer sagen, ein Mops könnte nicht denken), dass wir ja mit dem Auto gekommen waren. Dort würden sie wohl hinlaufen. Also bin ich sofort losgerannt.
Und weiter gerannt.
Immer schneller bin ich gerannt, weil ich sie einholen wollte.
Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie erleichtert ich war, als ich sie dann wiederfand, ohne Tierheim, Polizei, Fundbüro einschalten zu müssen. Kati hat natürlich wieder gemeint, ich hätte besser aufpassen sollen. Ich hab nichts dazu gesagt. Das hätte eh wieder eine endlose Diskussion gegeben. Nach der ganzen Rennerei war ich dann so müde, dass ich auf der Couch gleich eingeschlafen bin.
Da soll nochmal einer behaupten, ein Mops sei entlaufen. Den hab ich hoffentlich jetzt eines Besseren belehrt!
Ich bin hier bei uns der einzige Mann im Haus. Naja, es gibt noch Tristan, aber der sitzt ja hinter Glas. Terrarium wird der Kasten wohl genannt, glaub ich. So kann Tristan mir natürlich nicht helfen, wenn es mal hart auf hart kommt. Und der ist auch viel zu sehr mit seiner Frau Isolde beschäftigt. Die wohnt nämlich bei ihm in der Bude.
Die beiden sind ja schon Rentner und erst seit paar Jahren Untermieter in dem Haus, wo ich mit meinem Rudel lebe.
Vielleicht sollte ich kurz mal berichten, wie es bei uns ist ... so als Hahn im Korb. Oder besser als Mops-Mann im Körbchen?
Wobei ich ja dazu sagen sollte, dass ich doch wesentlich lieber im großen Bett schlafen würde. Das wäre wenigstens irgendwie standesgemäß. Finde ich ja fast gemein, dass ich immer in ein gewöhnliches Hundekörbchen geschickt werde.
Aber nun mal zu meinem Rudel. Das besteht nur aus Weibern, wenn ich die zwei Rentner im Glaskasten nicht mitzähle.
Angeführt werden wir von zwei Alpha-Weibchen Kati und Bille.
Die stehen zwar auf einer Stufe, aber trotzdem hab ich das Gefühl, dass ich Bille viel eher um die Pfote wickeln kann als Kati. Naja, wenn nix hilft, kann ich ja immer noch so tun, als hätte ich nix gehört.
Ich finde ja, ich sollte dann der nächste in der Rangordnung sein. Schließlich bin ich ja der Mann im Haus. Aber die anderen sehen das nicht so. Leider!
Als nächste kommen dann die beiden Mädchen von Kati und Bille. Gut, die eine ist schon was älter und die andere ist immer noch ziemlich klein. Ich hab sie sozusagen überholt, was das Alter und die Erfahrung angeht. Ich hab beide Mädels ganz doll lieb!
Aber dann ... dann komme endlich ich!
Ich bin der heimliche Herrscher über die drei samtpfötigen Grazien Ally, Lotte und Luna, obwohl ich sie natürlich in dem Glauben lasse, dass sie über mir stehen. Manchmal komme ich mir vor wie „Drei Engel für Charlie“.