Hab euch doch letztens von dem Vogelschutzgelände erzählt. Da bin ich heute beim Spaziergang auch wieder vorbeigekommen. Plötzlich flog etwas ganz großes über unsere Köpfe hinweg und landete im Baum. Erst dachten mein Frauchen und ich, es sei eine Krähe oder so ... aber dann sahen wir genauer hin und waren doch ein wenig überrascht.
Diese Vögel kenne ich. Doch die Graureiher stehen meist auf den Feldern in der Nähe vom Bach ... und nicht hoch oben in dichten Bäumen.Dass der nicht in eine der Vogelwohnungen passt ... sehe ich auf den ersten Blick. Wunder mich, was der dann da in der Wohnanlage zu suchen hatte.Wir sind dann weitergegangen und sahen noch ein anderes Tier. Sehen wir nicht so oft.
Naja, ich hab es auch diesmal nicht wirklich gesehen, denn ich war viel zu beschäftigt mit Markierungsarbeiten und "Zeitung-Lesen". Aber mein Frauchen hatte in wachsames Auge und hat mir das Tier dann gezeigt.Jetzt bin ich schon mächtig gespannt, was wir morgen im Wald sehen.Lieben Gruß vom Amor
Am Wochenende war ich mit meinem Frauenrudel Bille und Kati im Wald unterwegs. Doch was wie ein ganz normaler Morgenspaziergang anfing, endete als Bildungsreise. Soll heißen: Ich hab mich gebildet und bin jetzt schlauer als vorher. Ich weiß nämlich jetzt, was "Christo" ist. Na, wisst ihr das auch?
Aber vielleicht sollte ich einfach mal berichten. Kati, Bille und ich sind also zum Wald gegangen und wollten mal einen ganz neuen Weg ausprobieren. Ich finde so etwas ja immer wieder besonders aufregend. Alles ist so neu und unbekannt. Muss ich natürlich erst mal alles erforschen und die fremden Gerüche auf mich wirken lassen.
Ja, ich liebe solche Abenteuer! Im Wald war es ganz idyllisch. Wir gingen einen gewundenen, schmalen Pfad entlang und Kati machte dabei ein paar Bilder mit ihrem neuen Handy. Die Frauen und ihre Technik. Die sollten sich mal lieber auf Zeitung lesen beschränken, so wie ich. Aber naja, ich hab ihr den Spaß gelassen und ab und an ganz nett gelächelt.

Dann sahen wir es alle. Gespenstisch flatterte so weißes Zeug an den Bäumen. Bille meinte: "Das sieht ja aus wie bei Christo." Wer zum Teufel ist dieser Christo? Dem musste ich auf die Spur kommen.

Kati war von der Ansicht aber ganz und gar nicht überzeugt. Sie war der Meinung, dass es wohl Folie sei, mit der Spargelfelder abdecke und die sei von "Xynthia" an die Bäume gehängt worden. Da musste ich schon grübeln. Wer war nun Schuld? "Christo" oder "Xynthia"? Die sagte mir beide nichts. Hab ich mich also gebildet und herausgefunden, dass wohl mit "Christo" ein Verpackungskünstler gemeint ist, der mit seiner Frau Jeanne-Claude 1995 den Reichstag in Berlin verhüllt hatte. Ist das Kunst?

Ich mag ja eigentlich Verpackung nicht so gerne. Meine Leckerlis sind mir ohne diese lästigen Tüten oder Schachteln viel viel lieber. Aber gut, das ist ein anderes Thema. War "Xynthia" auch Künstlerin? Und wie soll eine Frau das allein schaffen, das weiße Zeug so hoch an die Bäume zu hängen. Und noch etwas spricht für Billes Theorie, die mich inzwischen schon überzeugt hat. Ich habe nämlich gelesen, dass die Christo und seine Frau sich 32 Jahre vorbereitet hatten, bevor sie im Winter 1998 in Riehen 178 Bäume im Berower Park verhüllten. Seht ihr, irgendwo müssen sie in den 32 Jahren ja geübt haben, oder? Wahrscheinlich in unserem Wald! Das Rätsel gelöst zu haben, machte mich ganz euphorisch. So war der Spaziergang ein kurzweiliges Vergnügen.
Nur eine Sache irritierte mich am Ende etwas. Sind "Christo" und "Jeanne-Claude" etwa Riesen-Monster-Maulwürfe?

Während ich mich noch von meinem Schrecken bei den Monstermaulwürfen erhole, genieße ich die Ruhe und die Frühlingsboten in unserem Garten.
Frühling. Überall riecht es total interessant. Die Bäume und Sträucher sehen anders aus. Knospen sprießen. Ich mag den Frühling.
Allerdings finde ich ihn manchmal auch ganz schön unheimlich.
Denn der Frühling ist meist verbunden mit der Invasion der "Riesenmaulwürfe".
Heute Morgen zum Beispiel ist Kati mit mir auf den Feldern spazieren gegangen.Und da habe ich sie das erste Mal bemerkt. Mit Schrecken musste ich feststellen ... SIE SIND WIEDER DA!!!
Ich meine, jeder kennt ja die normalen kleinen Maulwurfhügel, die meist auf Wiesen aus dem Boden sprießen.
Aber das ... das ist unglaublich. Sie graben sich durch ganze Felder. Vernichten die Arbeit der Bauern. Bauen Systeme aus Gängen, die höher sind als ich. Erschreckend!
Wenn ich mir vorstelle, ich gehe nichtsahnend spazieren. Und plötzlich steigen Monster-Maulwürfe aus den Gängen. Die Bauten sind auf einer so großen Fläche. Da müssen Hunderte von denen versteckt sein. Die warten nur darauf, die ganze Erde einzunehmen. Gruselig!
Wie ihr seht ... ich war nicht grad begeistert, als Kati von mir ein Bild machen wollte. Ich werde es weiter argwöhnisch beobachten und euch berichten, wenn ich mal einen von denen zu Gesicht bekomme.